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Die Geschichte der Heizung

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Vom Feuer bis zur Zentralheizung: die Geschichte des Heizens

Die Zentralheizung oder Elektroheizung ist wie viele unserer modernen Errungenschaften eine sehr junge Technik. Doch die Geschichte der Heizung reicht weit zu den Ursprüngen und ursprünglichsten Bedürfnissen der Menschen zurück. Die Geschichte des Heizens ist somit sehr eng mit der Geschichte der Menschheit verzahnt: Wärmequellen sorgten im Laufe der Zeit nicht nur für das Überleben unserer Art, sondern auch für deren Weiterentwicklung. Wir geben in unserem Beitrag einen Abriss über die wichtigsten Meilensteine der Geschichte der Heizung.

Geschichte der Heizung Part 1: das Feuer als Wärmequelle

Die Geschichte des Heizens begann mit dem natürlichen Element Feuer. Unsere frühen Vorfahren wärmten sich an Lagerfeuern und Grubenfeuern. Dabei sicherte das Feuer als Wärmequelle nicht nur das Überleben unserer Art, sondern trug auch zur Entwicklung und zur Besiedelung von kalten Gebieten durch den urzeitlichen Mensch bei. Später errichteten die Frühmenschen bereits Liegestättenheizungen, bei denen die Wärme des Feuers durch einen Graben in die Behausung geleitet wurde.

Das Feuer ist seit seiner Zähmung und Nutzbarmachung in der Steinzeit die Wärmequelle, die alle Epochen miteinander verbindet. Auch heute noch dient das Feuer uns als Wärmequelle in Form von Kachelöfen, Kaminen, Gasthermen oder tatsächlichen Lagerfeuern. Jedoch ist das offene Feuer heute meistens nur eine zusätzliche Wärmequelle, die für romantische Atmosphäre sorgt.

Geschichte der Heizung Part 2: erste Heizungsanlagen in der Antike

Vor über 2000 Jahren wurde das Prinzip der Liegestättenheizung durch den Römer Gaius Sergius Orata aufgegriffen. Das Hypokaustum war eine frühe Form der Fußbodenheizung und somit ein Meilenstein in der Geschichte der Heizung. Luft wurde durch einen zentralen Brennofen erhitzt und dann in einen Zwischenraum unter dem Fußboden geleitet. Dort erwärmte sie den Boden. Durch Wandkanäle wurden auch die Wände beheizt. Die Heizung wurde vor allem in öffentlichen Thermen eingesetzt, um das Wasser zu erhitzen. Die Hypokaustenheizung hatte aber einen immensen Bedarf an Brennstoff und eine schlechte Energieeffizienz. Eine spätere Form einer antiken Heizung, welche auf demselben Prinzip basierte, war die römische Kanalheizung.

Geschichte des Heizens Part 3: der Kamin

Die Geschichte des Heizens wurde durch den Kamin erneut revolutioniert. Außerhalb der griechischen und römischen Hochkulturen befanden sich die Feuerstellen in Behausungen vor allem in der Mitte des Raumes. Der Rauch zog über ein Loch im Dach ab. Der Bau von mehrstöckigen Gebäuden erforderte schließlich eine neue Heizlösung. Die Feuerstelle wurde an den Rand eines Raumes gelegt und der Rauch zog durch einen Kamin ab. Somit war das Beheizen mehrerer Räume in unterschiedlichen Etagen möglich. Der gemauerte Kamin setzte sich vor allem im 15. Jahrhundert allgemein durch.

Geschichte der Heizung Part 4: der Kachelofen

Der Kachelofen des 14. Jahrhunderts und der geschlossene Eisenofen des 15. Jahrhunderts sind die Weiterentwicklung des Kamins und wichtige Akteure in der Geschichte des Heizens. Der Eisenofen schloss das Feuer sicher ein, leitete die Wärme aber ebenso schlecht wie die Feuerstelle des Kamins. Da die Wärme beim Kamin nur vom Feuer selbst kam, war es nötig, jeden Raum mit einem separaten Kamin zu beheizen. Die ersten Kachelöfen lösten dieses Problem, indem das wärmeleitende Material die Wärme des Feuers aufnahm und konstant abgab. Über einen zentralen Kachelofen war es nun möglich, mehrere Stockwerke zu beheizen. Jedoch kam das teure Heizsystem vorerst nur in Schlössern zum Einsatz.

Geschichte der Heizung Part 5: neue Brennstoffe

Im 16. Jahrhundert kam es in Europa durch das Bevölkerungswachstum zu einem Mangel an Holz. Andere Brennstoffe mussten her und somit begannen mit der Geschichte der Heizung der Bergbau und der Abbau von Kohle. Der Kohleofen zog in die Haushalte der Menschen ein. Auch Torf war ein beliebter Brennstoff.

Geschichte der Heizung Part 6: die Zentralheizung

Die Zentralheizung ist eine der modernsten Errungenschaften in der Geschichte der Heizung: 1716 wurde die erste Zentralheizung durch den Schweden Marten Trifvald entwickelt, um ein Gewächshaus in Newcastle mit Wasserdampf zu beheizen. 1843 installierte der Ingenieur Johannes Haag im Schloss Sigmaringen in Baden-Wüttemberg die erste Dampfheizung in Deutschland. Öl und Gas wurden als neue Brennstoffe genutzt. Die Zentralheizung setzte sich jedoch erst in den 1970er-Jahren als Etagenheizung mit zentraler Wärmeversorgung flächendeckend durch. Heute ist sie in Neubauten Standard.

Geschichte der Heizung Part 7: erneuerbare Energien

Durch die Ölkrise und die steigenden Ölpreise nimmt das Bewusstsein für nachhaltige und umweltfreundliche Brennstoffe und energieeffiziente Heizlösungen zu. Heizen mit Gas oder Pellets, Solarenergie und Heizen mit Strom wird zum Thema. Energiesparende und nachhaltige Heizlösungen wie beispielsweise ein Elektroheizkörper oder eine Elektrospeicherheizung von Fischer, die sich auch mit der PV-Anlage verbinden lassen, sind beliebte Heizlösungen der Gegenwart. Wie das Heizen der Zukunft aussieht, bleibt offen. Sicher ist jedoch, dass die Geschichte der Heizung und des Heizens noch lange nicht zu Ende ist.